Der rosarote Pareto-Effekt: 80% ist das neue 100%

Ein Beitrag von BarraBoo

„Dieses Prinzip besagt, dass 80% der Ergebnisse mit 20% des Gesamtaufwandes erreicht werden. Die verbleibenden 20% der Ergebnisse benötigen mit 89% die meiste Arbeit.“ *

Müssen wir uns damit abfinden, dass man heutzutage kaum noch an seine Grenzen geht, bzw. gehen muss? Stattdessen scheint in unserer Gesellschaft immer mehr der sprichwörtliche Dienst nach Vorschrift üblich zu sein. Überstunden sind verpönt, pünktlich wird Feierabend gemacht: Die neue Maxime wird hoch gehalten: … Man arbeitet um zu leben, und nicht wie früher … zu leben, um zu arbeiten. Der Stellenwert der Familie hat eine neue positive Dimension erreicht, und das umfangreiche Freizeitangebot tut sein Übriges. Dieses Verhalten sollte nicht bewertet werden: Jede Generation setzt neue Maßstäbe und das ist auch gut so. Wohl gemerkt, es sind eher die Millenials und weniger die Gen Zeds.

 

Es ist jedoch diese Zufriedenheit, die sich in unserer jetzigen Gesellschaft eingeschlichen hat. Zufrieden ist zwar ein schönes Adjektiv, aber passiv und satt. Ich möchte auch nicht lamentieren, die Maßstäbe und Anforderungen sind in allen Bereichen um ein Vielfältiges gestiegen. Sehen wir nur mal den Bereich Sport, speziell der Leistungssport und aus aktuellem Anlass die Fußballer bei der WM in Russland. Ich meine, es ist immer noch eine Ehre, für sein Land zu spielen – Vorgeschichten und Formalien lassen wir außen vor. Wir alle gehen davon aus, dass jeder Spieler auf seiner Position sein Bestes gibt – unabhängig davon, wie viel Talent ihm zugeschrieben wird. Für jedes Spiel wird von den Trainern neben gründlicher Analyse der Gegner die taktischen Konzepte erarbeitet. Wie bei einem Schachspiel müssen die Spieler entsprechend des Spielverlaufs dann auch andere Positionen als üblich besetzen, was nicht selten zu vermehrten Ballverlusten und Fehlpässen führt. Als Zuschauer spürt man von den Akteuren dann auch eine Form von „Selbstaggression“ auf dem Platz, wenn nichts klappt. Wir muntern sie auf, hoffen dann auf Besserung und sind zuversichtlich – und wenn nicht … dann hat eine Fußballweisheit die Erklärung… „hast du einmal Scheiße am Schuh…“. Dann war’s das. Das gilt jedoch nur für einzelne Spieler, doch nicht für die ganze Mannschaft, der letzte Weltmeister. Bei dieser WM 2018 war davon nichts Positives im Mannschaftsgefüge mehr zu sehen, obwohl 80% der Spieler im aktuellen Kader waren. Gründe für das Ausscheiden des Teams in Vorrunde gibt es diverse. Die persönliche Einstellung jedes Spielers, … das Turnier ist lang, wir müssen noch ein paar Körner für die K.o.-Runde aufsparen und wir sind gut genug, mit wenig Aufwand diese Vorrunde zu bestreiten, also dem Paretoprinzip nach 20% geben, um 80% zu bekommen. Leider hat denen keiner gesagt, dass für die letzten 20% bis zum 100% bedarf es noch ein 80% Aufwand. Ebenfalls schien der Mannschaft nicht klar zu sein, dass andere (Fussball-) Nationen vielleicht bereit sind alles zu geben, eben 100%. Im Global Village haben sich auch die „kleinen“ emanzipiert, s. Island.

Auch wenn diese Tatsache, mit dem falschen Mindset eine WM bestreiten zu wollen, auf die meisten großen Mannschaften zutrifft, macht nicht zufriedener. Viele der hochgelobten Favoriten wie Spanien, Portugal oder eben die Deutschen sind aus dem Turnier ausgeschieden, während andere wie die Brasilianer oder Belgier weit hinter den Erwartungen „performen“. Inzwischen könnte man auch kritische Worte von den Spielern vermehmen, echter Wille zum Sieg und Kampfbereitschaft haben gefehlt, Führungsspieler waren nicht dominant genug und als Fazit: Die hochgelobte „Mannschaft 2018“ mit der erlebten Einstellung der Musketiere… einer für alle… ist jetzt einem Achselzucken gewichen und mit Wunsch auf Besserung. Nun, ja, wir Fußballfans können schon einiges ab mit der Erkenntnis: Zwischen den beiden Ohren der Spieler begann das Desaster – Fußballspielen werden sie auch weiter können, mit oder ohne dem Pareto-Effekt. Was bleibt ist das Prinzip Hoffnung. Glück auf!

*(Quelle: Wikipedia)

Unsichtbar sichtbare Ostergrüße

Gerade zu Ostern geht es um suchen und finden. Wer sein Ziel nicht kennt, weiß auch nicht, dass er sich verirrt hat. Vielleicht müssen wir nicht gerade beim Ostereiersuchen suchen helfen, aber es gibt ständig – gerade im Berufsleben Situationen, wo vieles verborgen ist. Diese können oft bei Entscheidungen in die falsche Richtung leiten, was zu unerwünschten Folgen führt. Gerade dann ist unsere Arbeit von großem Wert, denn wir enthüllen die unsichtbare Logik der Dinge. Wir machen sie sichtbar, um dann diese richtig zu ordnen. Den Rest können die meisten schon allein. Wir wünschen allen ein frohes Osterfest! 

Virtueller Mitarbeiter des Monats: Herr R. D. Precht*

Seit langem bin ich ein Adept des Herrn Prof. Sloterdijk‘. Langsam (aber sicher) wird die Leere des PS, dass er durch sein Schweigen hinterlässt, gefüllt mit – zwar sehr praktischen, aber notwendig für die heutige Zeit – Gedanken von Herrn Precht. Damit erfüllt er seit allzeit her den Zweck und Sinn eines Philosophen… gerade hier, gerade jetzt.
PS: Hiermit ernenne ich den Herrn Precht zum Ehren-Außendienstler der barra-is-barra, denn er formuliert Vieles von dem, was wir leise denken und ab und zu durchsetzen können. PPS: just a joke, Herr Precht, just a joke, but a serious one.

*Quelle: Neue Wege finden: Die Illusion das Glück und Sinn identisch sind…

Die Illusion das Glück und Sinn ident ist

Die Illusion das Glück und Sinn ident ist- Effizienz macht Glück und Zufall nicht mehr möglich- Bedürfnis nach Zufall ist ausgelagert worden- Unsere Flucht in die Fiktion- Unternehmen werden wie Stromlinien geradlinig gemacht„Kreativ sein heißt etwas zu tun wo man nicht weiß was dabei rauskommt.“„Die Realität kann nicht mit deer psychologische Pornografie der Fiktionswelten mithalten.“„Die Welt der Technik lässt uns nur in der Struktur der Problem Lösung denken und nicht mehr in der der Gestaltung.“Quelle: Informations kriegerDauer: 8:18 Minuten

Posted by Neue Wege finden on Dienstag, 13. März 2018

Unsichtbar – Sichtbar oder das Implizite und das Explizite

 

 

 

 

 

 

Als wir vor einiger Zeit barra-is-barra ins Leben gerufen haben und den damit verbundenen Pay off: unsichtbar-sichtbar – kannten wir  noch nicht Gregg Bradens Buch „Im Einklang mit der göttlichen Matrix“ (The Divine Matrix). Braden schildert gleich am Anfang,  wie er von Einstein über Wheeler bis David Bohm – allesamt Princeton Professoren – beeindruckt war, als sie ihre Theorien über das Phänomen des Beobachtens oder im Gegenteil Teilnehmer des Universum darstellen.

„Wenn wir das Universum aus einer höheren Perspektive betrachten könnten, würden die Objekte unserer Welt nach Bohms Ansicht als eine Projektion von Dingen erscheinen, die in einen anderen, uns nicht zugänglichen Bereich vor sich gehen. Er betrachtete sowohl das Sichtbare als das Unsichtbare als Ausdruck einer größeren, universelleren Ordnung. Um sie zu unterscheiden nannte er diese beiden Bereiche das Implizite und das Explizite.“

Unsere tagtägliche Arbeit ist viel weniger spektakulär, wohl aber unterliegt sie dem ähnlichen Prinzip. Silke mit ihren Fähigkeiten und Expertisen enttarnt mit Hilfe von Soft-Skill-Management und Profiling Methoden das Unsichtbare in einem Unternehmen oder bei einer Person  und macht das Unsichtbare sichtbar. Ich ordne dann die Sichtbare zu einem harmonischen Ganzen in einer Ungeteilten Ganzheit in fließender Bewegung.

Die neuen Visitenkarten sind da!

Frisch aus der Druckerei: Endlich sind – Dank unseres Freundes und seit langem unser Hausdrucker Günther Mahrt von WADD – die neuen Visitenkarten da. Nun kann jeder, der mit uns in Kontakt tritt, auch haptisch das Sichtbare (istván) aber auch das Unsichtbare (Silke) dank Prägung taktil erspüren.

 

 

 

 

 

 

 

Visitenkarten sind die ersten Botschafter und/oder Aussendienst-Mitarbeiter, die das Unternehmen darstellen. Hiermit hoffen wir, sowohl Silkes Arbeit als Soft-Skills Managerin und Profilerin, die das Unsichtbare in einem System sichtbar macht, wie auch Istváns Tätigkeit, die sich mit der Ordnung des Sichtbaren beschäftigt, darzustellen. Diese können als ein Versprechen wahrgenommen werden. Ob es uns das gelungen ist, entscheidet der „Abnehmer“.

Wir hoffen, dass wir die Visitenkarten demnächst an Interessenten verteilen können, um damit diese unsere Expertisen zu Ihren Nutzen abrufen können.

 

Das DIKW-Modell als Methode für die guten Vorsätze zum Jahresbeginn

„Der Mensch lernt jeden Tag etwas hinzu, oft allerdings nur, dass das vom Vortag falsch war.“ (Moritz Schlick, deutscher Philosoph 1882-1936)

 

 

Einige Wochen sind schon ins Land gegangen und langsam kommen wir auf Betriebstemperatur, was die von uns erwartete Leistung angeht: Wir müssen liefern. Die heroisch formulierten guten Vorsätze – noch unter dem Einfluss von Bewusstsein erweiternden Chemikalien, die zum Inventar jeder guten Silvester-Party gehören, sind langsam abgeklungen und der nüchterne Alltag mit ihren Forderungen ist omnipräsent.

Um die gebliebenen Vorsätze auch nicht in kürzester Zeit über Bord zu werfen, wäre es sinnvoll, eine bestimmte Methodik anzuwenden. Die einfachste und gängigste ist für mich das DIKW-Modell. Nicht in Pyramidenform, wie so oft verwendet, sondern eher in linearer Weise. Um auf einen gemeinsamen kleinsten Nenner zu kommen, hier das Model kurz aufskizziert: Data-Information-Knowledge-Wisdom, also Daten-Informationen-Wissen-Weisheit.

Data, also Daten sind neutral und wertefrei in ihrer Ursprungsform. Erst durch Strukturierung werden sie zu kohärenten Gedanken. Das ist die Phase der „Was-Wo-Wann-Fragen“. Das große Missverständnis heutzutage ist, dass viele zwar die Sehnsucht nach Weisheit haben, aber in Zeiten des sofortigen Vollzugs (Instant Gratification) bleiben alle bei der Information Ebene stecken und glauben doch weise zu sein.

Information kann nur durch Deutung, Interpretation zu Wissen werden. Das verlangt Studium und Reflexion, um zum Wissen zu reifen. Es ist die Zeit der Wie-Fragen. Wenn es richtig gemacht wurde, entsteht ein Verständnis, das im besten Fall die Warum-Frage(n) beantwortet. Aber diese Entwicklungs-Phasen sind sinngemäß rückwärts verwandt.

Erst die nächste Phase bringt den langersehnten Lohn: die Weisheit. Es ist der Zustand, indem wir nicht nur Dinge richtig machen, sondern ab jetzt und dann auch in der Zukunft, die richtigen Dinge zu machen.

Natürlich kann man dieses Modell auf Vieles verwenden, aber zunächst wäre hilfreich, wenn wir alle die Aufgaben der kommenden Zeit erfolgreich meistern könnten, um damit einige unserer Jahresanfang-Vorsätze umsetzen zu können.

Hierzu wünschen Silke und ich Ihnen allen ein gutes, erfolgreiches, aber vor allem ein gesundes Jahr.

Kämpfen mit stumpfen Waffen – Mut oder Angst, wer ist vorn?

Das Tauziehen dauert schon sieben Wochen und Ende dieser Woche soll endgültig alles entschieden werden. Klappt es mit der Jamaika-Koalition oder wird das Schreckgespenst der Verhandlungen, doch noch Wirklichkeit? Neuwahlen! Jeden Tag bekommen wir die Berichte der Koalitions-Unterhändler. Zur Zeit scheinen alle Parteien auf einen positiven Ausgang bemüht zu sein, um uns den Eindruck zu geben, es läuft. Nun ja. Unter dem Aspekt meiner Typologien (kariert/ gestreift/ gepunktet/ gemustert) sehe ich die Verhandlungen wie folgt:

Die FDP kann entspannt und mutig sein, sie ist wieder wer, speziell wenn sie ihre Kompromisslinie nicht überschritten hat. Ihre gestreiften Frontmänner werden uns alles blumig verkaufen, wenn dann doch nicht.

Das meiste Angstpotential sieht man bei den Grünen. Ihre internen Konflikte sind nicht zu übersehen, das heißt, welche Parameter des Parteiprogramms zur Diskussion stehen und welche nicht. Jeden Tag ändert sich das. Ihre meist gepunkteten Unterhändler wissen, bei der Abstimmung in der Parteibasis über ein Koalitionsprogramm kann alles für die Katz sein. Ihr Mut für einen Neuanfang in der Regierung scheint immer mehr zu schwinden, die Angst nicht mehr Partei konform zu sein, überwiegt. Sie sind die Jamaika-Verlierer.

 

 

 

 

 

 

 

Angst vor Machtverlust demonstriert auch die CSU und fungiert als Bremsklotz der Verhandlungen – speziell trifft das für den karierten Parteivorsitzenden. Etwas verlassen zu können ist auch ein Akt von Mut – darauf warten wir noch. Diejenigen in der Warteschleife der CSU-Führungsspitze hätten schon eingelenkt. Was ist mit dem großen Partner, der CDU – man hört bisher nur positive Allgemeinplätze. Wahrscheinlich wird dann letztendlich unsere gepunktete Bundes-Mutti ein Machtwort sprechen, um zu einem Ergebnis zu kommen, sollte es noch Störfelder geben. Das typisch deutsche „Herumgeeiere“ in dieser christlichen Partei spielt sich eher in der bayrischen Variante ab. Jetzt am Ende geht der Spielball an Angie. Sie wird in ihrer typischen Verhandlungsstrategie alles laufen lassen, um dann zu punkten – wie auch immer sie es schaffen wird. Ob mit Einzel-Gesprächen, speziell auch mit schwer einzunorden Gemusterte auf dem Balkon oder mit einem Glas Weißwein, wenn es sonst nicht zu laufen scheint. Ich bin sicher, Jamaika wird bei uns Realität. Wie lange doch diese Koalition halten wird, scheint in den Sternen zu sein. Auch wenn der Faktor Angst die Verhandlungen nicht dominiert hat, alle sind auf einer schiefen Ebene zusammengekommen. Das Parteien-Mobile ist nicht im Gleichgewicht, noch sind die Gepunktete in der Überzahl. Es muss nur eine/r z.B. Gemusterte/r oder Gestreifte/r dieses Systems den Mut haben, nicht mehr mitspielen zu wollen, egal warum. Dann ist das vorbei – und nu: Neues Spiel, neues Glück – mit ohne Bundes-Mutti. Das ist die Frage.

Hilfestellung für Spätentscheider zur Bundestagswahl 2017:

Eine Koalition von Gepunkteter und Gestreiftem ist die beste Lösung!*

von Dr. Silke Barra

Unsere Bundeskanzlerin ist klar „gepunktet“, der Spitzenkandidat der Liberalen ist klar „gestreift“. Die anderen sind jedoch Mischtypen, wie auch der Kanzlerkandidat der Sozialdemokaten, der eher „gepunktet“ und „gestreift“ und mit „Karos“ verziert. Die anderen Kandidaten haben unterschiedliche Mischtypen mit „gemustert“ und „gestreift“ oder „kariert“ und „gepunktet“.

 

 

Die Typologie der Gepunkteten: Ich bin so, wie ich bin, beobachte und passe mich an!

Die Gepunkteten haben eine unaufdringliche Persönlichkeit, sind meist ruhig, überlegt und kühl, dabei stets geduldig, friedliebend und ausgeglichen. Sie sind Meister darin, sich in den Gelegenheiten des Lebens anzupassen.

Sie geben von außen den Eindruck, mit ihrem Leben zufrieden zu sein, leben beständig, sind meist nachdenklich und ernst, klug und handeln zweckmäßig. Sie sind die Menschen für alle Fälle, sind mitfühlend und gütig, verbergen aber auch ihre Emotionen. Sie sind kompetent und sind stets bereit, bei Problemen zu vermitteln und häufig sind es diese, die für andere zu schwierig sind. Ihr Ziel ist immer Konflikten aus dem Weg zu gehen und oft finden sie dann oft den einfachsten Weg. Ein fester Bestandteil des Charakters der Gepunkteten ist jedoch ihre Bereitschaft alles für andere zu tun, sie sind sogar in gewisser Weise aufopferungsvoll. Im Innersten hoffen sie dabei ihren Dispo an Zuwendung und Liebe aufzustocken. Sie geben aber kaum Hinweise, dass sie sich selbst lieben können und mit ihren Leistungen zufrieden sind. Dabei sind sie extrem verletzbar und empfindlich, steigern sich dann in ein Gefühl, missachtet zu werden und resignieren.

Sie sind gute Zuhörer, gelten deshalb auch als seelische Mülleimer unter den Typologien. Sie nehmen alles so an, wie es kommt und regen sich nicht so leicht auf. Sie sind nicht beleidigend oder aggressiv – man kommt gut mit ihnen aus. Sie beobachten gerne Menschen und zeigen Interesse und Mitgefühl. Sie haben gute administrative Fähigkeiten, vermeiden jedoch Verantwortung und sind zu schnell kompromissbereit, weil sie sich vor Entscheidungen scheuen. Die Gepunkteten sind nicht besonders begeisterungsfähig, eher furchtsam und besorgt und gelten als Meister der Ausreden. Manchmal sie sind selbstgerecht und egoistisch, dabei zeigen einen eisernen Willen und neigen zur Starrköpfigkeit. Die Gepunkteten haben eine eigene Körpersprache entwickelt, die andere Typologien auf die Palme bringen kann. Dazu gehört das Gefühl, allen zu vermitteln, selbst nichts ändern zu können.

In ihrer Arbeit sind sie meist nicht zielorientiert und Eigenmotivation fehlt ihnen. Sie kommen meist schwer in Gang, hassen es aber gedrängelt zu werden. Oft dämpfen sie den Enthusiasmus anderer, weil sie Veränderungen hassen und funktionieren oft als Bremsklotz. Die Gepunkteten haben wahrscheinlich die Prokastration (Hinausschieben) erfunden, denn sie werden immer wieder Gründe finden, Entscheidungen auszusitzen. Oft genug haben sie erfahren, dass Aktionen – wie von Zauberhand – nicht mehr nötig waren und haben für ihre Untätigkeit auch kein schlechtes Gewissen. Generell ist es ihnen lieber einfach nur zuzusehen ohne selbst mitzumischen. Für sie ist es wichtig zu wissen, dass ihr Umfeld sie respektiert, auch wenn sie im subtilen Bereich der Grautöne handeln. Im Team sind sie die in Stein gemeißelte Balance, vermitteln unaufgeregt und das alles gerne im Hintergrund.

Doch es gilt: Glauben Sie die stille Qualitäten der Gepunkteten, erwarten sie keinen bunten Enthusiasmus. Sie sollten weiter drängen Entscheidungen zu treffen und sie nicht aussitzen. Um jedoch Machtpositionen ohne Deklàt auszudiskutieren, ist jedoch die Ausgeglichenheit der Gepunkteten als Partner nicht zu verachten.

Die Typologie der Gestreiften: Lass mich machen, ich kann das!

Die Gestreiften sind die am meisten Extrovertierten unter den Typologien. Sie sehen sich als Führungskräfte, übernehmen gerne Verantwortung und versuchen dann alles selbst zu regeln und nicht mehr aus der Hand geben. Dabei sind sie aktiv, dynamisch und mit großer Willensstärke immer etwas zu reißen. Keine Frage, sie sind die geborenen Chefs. Sie meinen, sie können alles, sprühen vor Ehrgeiz und lassen keine Diskussion über ihre Person zu.

Sie haben diese Marotte ständig Fehler zu korrigieren und sind dabei meist ungeduldig und aufbrausend. Sie kommen schnell zur Sache, sind Meister in dem Organisieren und Delegieren, kommandieren gerne andere herum und dabei manipulieren sie. Ihre Absichten sind es, praktikable Lösungen zu finden, dabei bestehen sie auf Produktivität und fast immer erreichen sie auch ihre Ziele. Sie sind schnell unter der Decke, wenn es ihnen nicht rasch genug geht.

Ihre Unabhängigkeit, wie auch die Selbstständigkeit, sind die wichtigsten Parameter dieser Typologie. Sie sind zielstrebig, behalten immer stets den Überblick und verspüren stets den Drang zur Veränderung. Sie haben keine Probleme Entscheidungen zu treffen, die jedoch auch mal voreilig sein können unter dem Motto Zweck heiligt die Mittel. Wenn es mal nicht klappt, lassen sie sich nicht leicht entmutigen. Im Gegenteil, bei Opposition blühen sie erst richtig auf. Alle möglichen Bagatellen langweilen sie, durchdenken ihre Pläne im Detail und sind Fehlern gegenüber wenig tolerant. Ihrem Umfeld gegenüber sind sie sehr anspruchsvoll, aber nicht flexibel und verlangen aber von ihren Mitarbeitern absolute Loyalität. Sie genießen Widersprüche und Streit, da Ihr Selbstbewusstsein sagt, sie gehen als Sieger vom Platz. Kein Wunder, dass es Probleme mit ihren Sympathiewerten gibt, denn die Gestreiften wirken nicht emotional, sondern eher unnahbar.

Doch sie können durch viel Präsenz beeindrucken und halten sich selbst für begnadete Redner. Oft verwandeln sich ihre Reden in eine Aufzählung ihrer Erfolge, dadurch wird es für sie schwierig, eine persönliche Beziehung zu den Zuhörern aufzubauen. Wenn sie es schaffen, ihren Botschaften ein sanfteres Gesicht zu geben, lassen sich die Vorwürfe von Distanz relativieren. Distanz ist keine geistige Tugend und sollte nicht kultiviert werden. Wenn jedoch spontan jemand gebraucht wird, heben sie spontan ihre starke Führungshand. Die Gestreiften versuchen kontinuierlich, sich durch ihre Leistung unabhängig und unverzichtbar zu machen. Um mit spontanen Aktionen Lob zu heischen, rauben sie jedoch die emotionale Unterstützung ihres Umfelds. Sie sollten generell den Mut finden sich zu äußern, ohne eine fehlerlose und perfekte Persönlichkeit vermitteln zu wollen. Zu „Menscheln“ treibt die Sympathiepunkte in die Höhe, denn auch für die Gestreiften gilt, „“wenn zu perfekt, Gott wird böse“.

Doch es gilt: Für einen General ist es wichtig, dass all seine Truppen mit ihm marschieren und keine Meuterei anzetteln.

*Grundlage ist die Typologie-Klassifikation nach Barra

Die neuen Typologien gehören zur Erfahrungspsychologie

von Dr. Silke Barra

…. In jeder Psychologie der Zukunft wird das Kapitel, das den psychologischen Typen gewidmet ist, immer wichtige werden. Zwischen Individuum und der Spezies steht der Typ. Der Plan der Persönlichkeit ist weder eine standardisierte Wiederholung einer uniformen Einheit noch ein zufälliges Gemisch oder Mosaik; seine Anlage ist von einer begrenzten Reihe von Gruppierungen durchzogen…“ J. Jastrov

Im Rahmen meiner Recherche zu den Typologien sah ich, wie wichtig die Inhalte der Erfahrungspsychologie sein können. In der Geschichte der Psychologie wie auch in der Wissenschaft hat die Untersuchung der Wahrnehmung die Empfindung als akzeptierten Wahrnehmungsmodus über die Intuition gestellt. Was heißt das: Eine Empfindung lässt sich wahrnehmen und rational dokumentieren, intuitives Verhalten stattdessen ist eine „Wundertüte“, nicht auszurechnen, was passiert. Schon früh versuchten Wahrnehmungspsychologen, Wahrnehmung auf einer sinnlich wahrgenommenen Realität zu begründen, weil die Eigenschaften der Empfindung zumindest oberflächlich, leichter zu quantifizieren waren.

Der Unterschied zwischen Empfindung und Intuition als Wahrnehmungsprozesse in der Typologie mag darin liegen, dass Empfindungstypen äußere Reize oder die Umgebung konkreter zu benutzen scheinen als Intuitive. Vielleicht verhält sich das analog zu der Art, wie Extravertierte von der Außenwelt stimuliert werden und Introvertierte Reize benutzen, die aus ihrer weniger offenkundigen Innenwelt kommen. So wie unsere Kultur automatisch Empfindung eher bestätigt als Intuition, bestätigt sie auch Extraversion eher als Introversion. Auch hier sind 70 Prozent der Menschen extravertiert und 30 Prozent introvertiert.

 Die Elemente der Typologie sind zwar in einigermaßen hierarchischer Ordnung dargestellt, doch im wirklichen Leben geht es nicht so klar zu. Unter allen Typen gibt es Individuen, denen es nicht gelungen ist, irgendeinen Aspekt ihrer typologischen Ausstattung zu entwickeln oder zu differenzieren. Dies sind oft minder funktionierende Individuen, die wahrscheinlich keine adäquate Anpassung an andere oder an die Welt vorgenommen haben. Dann gibt es die anderen, die mit viel innerer psychologischer und emotionaler Arbeit die meisten ihrer psychologischen Funktionen erfolgreich entwickelt haben. Indem sie das Potential der meisten ihrer Funktionen maximiert haben, ist es diesen Typen gelungen, ein gesundes, produktives Leben zu führen. C.G. Jung bezeichnete diesen Prozess als Individuation. Ziel der Individuation ist nicht nur die eigene größtmögliche Entwicklung, sondern auch alles zu werden, was unsere einzigartige Individualität zu bieten hat.

Geschlechterrolle in der Erfahrungspsychologie

Das Vorkommen von Typen ist speziell bei Männern nicht gleichmäßig verteilt. Anders ist es bei der Population von Frauen. So benutzen ca. 60% der Männer die Denkfunktion, während mehr als 65% der Frauen die Fühlfunktion anwenden – das gilt noch heute. Die Denken-Fühlen-Polarität ist ein wesentlicher und wichtiger Unterschied zwischen Männern und Frauen aus typologischer Sicht. Der Vergleich zwischen Männern und Frauen hinsichtlich der Typenverteilung zeigt, dass es in der Typologie eine starke entweder genetische oder geschlechtsbedingte Voreingenommenheit gibt. Das heißt, weit mehr als

60 % der Männer haben das Denken als starke Komponente in ihrem Typ, während weit über 60% der Frauen das Fühlen als starke Komponente ihres Typs aufweisen.

Kommunikationsstile von Männern und Frauen

 Die typologische Präferenz des Denkens bei Männern ist das fundamentalste Merkmal, das sozialen und psychologischen Definitionen konventionellen Definitionen von Männlichkeit zugrunde liegt. Diese Präferenz hat weitreichende Konsequenzen für das Verhalten, die Kommunikationsstile und die Beziehungen von Männern. Ähnlich ist die Funktion des Fühlens bei Frauen das Hauptmerkmal in konventionellen Definitionen von Weiblichkeit.

„Bei den Kommunikationsschwierigkeiten zwischen Männern und Frauen sind verschiedenen Typen, aber auch bei Interaktionen von gleichgeschlechtlichen Personen verschiedenen Typs verantwortlich“ (C.G. Jung). Das heißt: Unabhängig vom Geschlecht und den Präferenzen von Denken und Fühlen entstehen die Spannungen in der Kommunikation, die jedoch den jeweiligen Typologie zu Grunde gelegt werden können. Diese Erkenntnis lässt sich jederzeit belegen, wenn klar zu sein scheint, welche Typologien dominant sind. In meinem -fast fertigen – Buch finden Sie die Lösung: Warum können Karierte nicht mit Gemusterten und warum haben Gestreifte nur ein müdes Lächeln für Gepunktete.

In meinem nächsten Beitrag können Sie mit dem Kurztest „Wer bin ich und warum?“ dann selbst erfahren.